Doppeltes Halophänomen über Jena

March 9, 2021

Am Morgen des 9. März herrschte helle Aufregung unter den Wetterbegeisterten. Die aufziehende Warmfront von Tief Ingo brachte nämlich Eiskristalle mit sich, welche großartige Halophänomene hervorbrachten. Auch im Raum Jena waren einige Halos zu sehen. Das Phänomen kam für mich ganz überraschend, denn das Halo entdeckte ich erst, als ich mal zufällig aus dem Fenster schaute.

Beschriftete und bearbeitete Ansicht

Und auf Anhieb konnte ich einen Zirkumzenitalbogen (ZZB), beide Supralateralbögen (SLB), einen 22°-Ring, den oberen Berührungsbogen (OBB)und beide Nebensonnen entdecken. Ein Phänomen mit 6 Halos gleichzeitig war zu beobachten. Besonders der Zirkumzenitalbogen war sehr kurzlebig, aber dennoch auszumachen. Bessere Beispiele für jeweilige Halos gibt es auch in der Galerie unter "Atmosphärische Erscheinungen" oder schaut für die Erklärung der Haloarten auf die Seite des Arbeitskreis Meteore ;)

Originalansicht gegen 9:40 Uhr

Es war somit mein erstes Halophänomen des Jahres 2021 und insgesamt, seitdem ich beobachte, mein fünftes. Besonders der 22°-Ring war sehr kräftig und am Übergang zum oberen Berührungsbogen ungewöhnlich hell. Die Kristalle waren an dem Tag also mehr als optimal! Ich kann nicht sagen, wann ich in meiner bis dato dreijährigen Beobachtungsdauer solch eine Leuchtkraft gesehen habe, einfach schier ungewöhnlich. Entlang des linken Supralateralbogens bildete sich für kurze Zeit ein Infralateralbogen aus. Ich saß da nun also auf dem Dachboden und genoss das Schauspiel, während nebenher mein Kameraspiegel allmählich zu glühen schien. Schon bizarr, was reinste Physik bzw. einfache Optik für Phänomene auf unsrem Planeten verursachen kann - es fesselt mich immer wieder und ist für mich immer wieder ein spannendes Erlebnis.

Die Beobachtung startete gegen 9:30 Uhr und nach Stunden selbst war noch immer das Halophänomen zu sehen, obwohl es in der Zeit eine Art "Wandel" durchlebte. Mit verhältnismäßig kurzer Unterbrechung bildeten sich weitere Halos aus: Der Horizontalkreis und der untere Berührungsbogen. Der Supralateralbogen sowie der Zirkumzenitalbogen waren nicht mehr zu sehen. Die Leuchtkraft der Erscheinungen war nach wie vor äußerst überragend und zierten den Himmel sehr anschaulich.

Höhepunkt des zweiten Phänomens: Beide Nebensonnen samt Horizontalkreis sowie der obere und untere Berührungsbogen

Gegen Mittag verblasste auch das Phänomen zusehends, lediglich der Horizontalkreis schien sich weiter zu verstärken, doch falsch gedacht: Ehe die Cirrus vollständig abzogen setzte der obere Berührungsbogen gewaltig noch einen drauf und präsentierte sich in vollständig ausgeprägter Form - in meiner dreijährigen Beobachterzeit noch nie so gesehen!

22° Ring, beide Nebenonnen + HZK und oberer bzw. unterer Berührungsbogen schlossen das Phänomen ab und verblassten nach und nach...
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